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Der imperfekte Mensch

Günther Anders und seine Sicht auf die Welt kann uns noch heute viel mitteilen.

Der Mensch: Zwischen Imperfekt und Antiquiertheit.

Der imperfekte Mensch | Episode: Der imperfekte Mensch

Die Antiquiertheit war einem Philosophen, der sich besonders in der Anti-Atomkraft und der Friedensbewegung bewährt hatte, sehr wichtig. Der jüdischen Denker, Dichter und großen Pazifist Günther Anders der auch mit der talentierten Philosophin Hannah Arendt leiert war, richtete sich zeit seines Lebens den etischen Fragen zur Zivilgesellschaft. Vor allem die modernen Techniken untersuchte er und erkannte die „Zurichtung“ der Menschen. Betrachtungen zur Technik im Hinblick unserer Menschheitsgeschichte versuchte er kritisch zu beleuchten. Neben dem Versuch das Fernsehen als sein Leitmedium genauer einzuordnen, untersuchte er die Kriegsverbrechen der Nazis und die Auswirkungen der Atombombe. In seinem doppelbändigen Hauptwerk (1956, 1980) über „Die Antiquiertheit des Menschen“ beschreibte er den prometheischen Scham des Menschen.

Anders meinte, dieser werde durch sein im Angesicht der immer weiter steigenden Effizienz durch die Technik ausgelöst, der ihm wiederum seine eigenen Unzulänglichkeiten vor Augen führt. Der Mensch erkennt sich darin und versucht, seine eigenen Unzulänglichkeiten als Fehler zu betrachten und diese, mittels der Technik überlagern. Er schafft damit eine Ideologie von sich selbst, die er als erdachte Gesellschaftserzählung immer wiederholt. Als Mantra einer Erzählung von sich selbst, deren Gehalt er ohne Technik (angeblich) nicht gerecht werden kann. Wie auch die Atombombe zur Allmachtsfantasie von Staaten wird und die eigene Erzählung über sich, zur Technikillusion verkommt, die eine unausweichlich nahbare Eigendynamik präferiert.

Es sind dieses Empfindlichkeiten einer Allmacht die sich auftun, wenn der Mensch sich durch seine erschaffene Technik immer mehr als unzeitgemäß oder Falsch-in-seiner-Haut fühlt. Es entsteht durch sein eigenes Gegenüber eine Gegenbewegung, welche die Technik nur als Vorteil gegenüber anderen betrachtet. Als der Vorteil für sich selbst, seinesgleichen und anderen Spezies gegenüber. Doch seine antiquierte Lebensform bleibt bestehen. Den inneren Perfektionsdrang ausgeliefert, wird die eigene Technik als die eine Zukunft verkauft, die uneingeschränkt und als nicht hinterfragbar verkündet wird.

Der Mensch dennoch was er ist: nicht perfekt. Doch auch das höchste Streben birgt die inner Wahrheit, als Mensch nur imperfekt zu sein.

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team Michael McCouman Jr.
Michael McCouman Jr.
  • Technik- & Moralphilosoph

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